MdB Johannes Röring besichtigt Restaurierungsmaßnahmen an Tordurchfahrt und Gartenfassade des Westflügels
Der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring besuchte am vergangenen Mittwoch die Akademie Schloss Raesfeld. Bei einem Rundgang besichtigte er die ausgeführten Arbeiten an der Westfassade und an der Tordurchfahrt zum Vorburghof.
Johannes Röring setzte sich persönlich für die Bereitstellung von Bundesmitteln ein. Diese Mittel hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages freigegeben.
Im August erhielt der heimische Abgeordnete vom Staatsminister Bernd Neumann die Zusage. In der Begründung des "Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien" hieß es: "Ich habe mich wegen der nationalen Bedeutung, die Schloss Raesfeld zweifellos zukommt, dafür eingesetzt, das Schloss aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms II zu fördern."

Die Sandsteinpfeiler der Tordurchfahrt stammen aus der Zeit der Renaissance. Die angrenzenden vier Meter hohen Backsteinwände errichteten die Handwerker 1927 aus alten Handstrichziegeln. Der Neubau der Remise im gleichen Jahr entstand allerdings aus industriell gefertigten Steinen.
Architekt Eberhard Berg betonte die Notwendigkeit des Handelns: "Die Bauteile aus Baumberger Sandstein weisen eine Fülle von Schäden wie z.B. Risse, Abplatzungen und Verschmutzungen auf. Die Fugen und Backsteine der Ummauerung sind ebenfalls stark angegriffen."
Der von der Schloss Raesfeld GmbH erstellte Maßnahmenplan sieht zur Erhaltung der Sandsteinpfeiler differenzierte Restaurierungstechniken vor. Es gilt, die Steinoberflächen mit speziellen Reinigungsverfahren schonend zu säubern und die Bruchkanten der Natursteine so auszuböschen, dass das Regenwasser gut abfließen kann.
Historische Abbildungen belegen eine ursprünglich deutlich niedrigere Abmauerung, so dass ein freier Blick in den ehemaligen Garten und Park möglich war. Nach dem Abtragen der gesamten Mauer verwendeten die Restauratoren einen Teil der alten Ziegel und alle Abdeckplatten wieder.
Um die richtige Krümmung der Mauer im Bereich der Abdeckplatten zu erfassen, fertigten sie eine Holzschablone, mit der sie die Krümmungssituation in vier Metern Höhe auf die nunmehr nur noch einen Meter hohe Abmauerung übertragen konnten, so Akademieleiter Werner Storz."Die restaurierten Torflügel werden voraussichtlich noch vor dem Adventsmarkt im Dezember montiert. Zukünftig öffnen sich die Flügel nach innen und nicht mehr nach außen; auch dies entspricht der ursprünglichen historischen Situation."
Die Sandsteinproblematik der Tordurchfahrt ist auch auf die Westfassade übertragbar. Der Steinersatz früherer Jahre löste sich. Unterschiedliche Materialreigenschaften von Reparaturmörtel und originaler Substanz beschleunigten diesen Prozess. Auch hier wurden die Sandsteinbauteile gereinigt und abgearbeitet.

Eberhard Berg weiter: "Wir leben damit, dass die Westfassade nicht neu, sondern ein wenig verwittert aussieht. Eine mit Steinersatzmörtel aufmodellierte Fassade oder eine Vielzahl von neu eingebauten Werkstücken würde einen Perfektionsgrad suggerieren, der unserem Restaurierungsansatz nicht entspricht. Dieser Vorgehensweise ist natürlich mit der amtlichen Denkmalpflege abgestimmt."
Beindruckt vom Rundgang brachte Johannes Röring seine gewonnenen Erkenntnisse auf den Punkt: "Es geht nicht nur um das Bewahren; das wäre zu rückwärts gewandt. Vielmehr ist es die Kombination aus Bewahren in Verbindung mit dem kreativen Einstellen auf neue Situationen und der Innovationsfähigkeit, die den Restaurator immer wieder herausfordert."
Zur Erläuterung der finanziellen Seite erklärte Werner Storz: Die Maßnahmen am Tor und an der Westfassade seien Teil der für die Jahre 2010 bis 2015 geplanten umfassenden Sanierung / Restaurierung der historischen Bausubstanz des Schlosses, für die man von Kosten in Höhe von insgesamt 1 Mio. € ausgehe.
Der Betrag für Tordurchfahrt und Westfassade beläuft sich auf rund 130.000 €. Bund und Land fördern das Vorhaben mit je 22.000 €. Die fehlenden 88.000 € finanzieren sich aus Eigenmitteln.

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