Der Sachverständige als Mediator
- Die Chance zur außergerichtlichen Streitbeilegung -
In Deutschland nimmt die Anzahl der Gerichtsverfahren ständig zu. Zur Entlastung der Gerichtsbarkeit und zur Vermeidung von kostspieligen Verfahren hat die Regierung 2011 eine EU-Richtlinie zur Mediation in nationales Recht umgesetzt. Im Gegensatz zur Schlichtung ist die Mediation ein selbstbestimmtes Verfahren. Die Streitenden suchen unter Leitung eines unabhängigen Dritten (dem Mediator) nach einer Konfliktlösung.
Hier kommen Sie als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ins Spiel. Als Sachverständiger haben Sie eine öffentliche Vertrauensstellung erlangt. Daher sind Sie für streitende Parteien bevorzugter Ansprechpartner in einem Mediationsverfahren.
Konfliktparteien, die sich „festgebissen“ haben, sollen ihre Beziehung – gerade auch in geschäftlicher Hinsicht – wieder eigenverantwortlich und zufriedenstellend gestalten. Der Mediator muss deshalb die Grenzen des Auftrages kennen und respektieren lernen. Er ist als Mittler beiden Konfliktparteien gleichermaßen verbunden und verpflichtet. Ist der Mediator auf dem Gebiet, auf dem sich die Parteien auseinander setzen, selbst qualifiziert sollte er sein fachliches Wissen mit großer Zurückhaltung einsetzen. Das Seminar soll den Teilnehmern Verständnis für diese Unterschiede und die Fähigkeit, sie zu beachten, vermitteln.
Wichtig ist, dass Sie sich selbst und den Konfliktparteien klar machen, dass es sich um ein Mediationsverfahren und nicht um eine Sachverständigentätigkeit, ein Schiedsgutachten oder eine Schlichtung handelt.
Die praktischen Übungen bilden einen großen Teil der Veranstaltung. Die Bereitschaft der Teilnehmer zur aktiven Mitwirkung in Gruppenarbeit und kleinen Rollenspielen ist deshalb notwendig.
Themen:
- Grundprinzipien zwischenmenschlicher Kommunikation – wie werden Botschaften gesendet und verstanden und
wie und weshalb kommt es zu Missverständnissen?
- Konflikt – wie verhalten sich andere und ich in einem Konflikt und was braucht man, um wieder heraus zu
kommen?
- Ansatz und Verfahrensweise der Mediation – die hohe Kunst des aktiven Zuhörens.
- Die fünf Phasen der Mediation:
- Begrüßung, Auftrag, Regeln
- Gegenstände und Themen des Streits sammeln
- Interessen und Anliegen klären, den Konflikt bearbeiten
- Lösungsmöglichkeiten entwickeln
- eine Vereinbarung treffen
Termin:
09.- 10. März 2012
(Freitag - Samstag)
Arbeitsform:
Lehrgespräch, Diskussion, Erfahrungsaustausch, Fallstudien
Gebühr:
€ 495,00
Dozenten:
Gertraud Marx-Leitenberger, Richterin am Oberlandesgericht
Thomas Puls, Richter am Amtsgericht
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