Zur Geschichte von Schloss Raesfeld
Im westlichen Münsterland, nahe der niederländischen Grenze, liegt der westfälische Ort Raesfeld mit einem gleichnamigen Wasserschloss. Seit seiner Erbauung erlebten Ort und Schloss eine wechselvolle Geschichte. Zum ersten Mal erwähnt wurde Raesfeld unter dem Namen „Hrothusfeld“ im Jahre 889. Das geht aus einer Eintragung in einem Heberegister der Abtei Werden (heute Essen-Werden) hervor. Daraus wurde später „Rathesvelde“ und „Raesvelde“. Um 1117 erfolgte der Bau einer Turmhügelburg nördlich des Orts, verbunden mit dem Namen Rabodo von dem Berge. Der Enkel Rabodos verkaufte die abgebrannte Burg zusammen mit der Gerichtsbarkeit und dem Patronatsrecht an den Ritter Simon von Gemen. Nach dem Bau einer neuen Burg, westlich der Ortschaft, dem Gründungsbau des heutigen Schlosses, nannte sich dieser Ritter Simon von Rasvelde. Im 16. Jahrhundert gab es keinen männlichen Erben mehr. Hermann IV. von Velen „erheiratete“ die Burg, die 1576 sein Sohn Alexander übernahm.
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Dieser war ein geschickter, geschäftstüchtiger Mann, der im Dienst des Kaisers gegen die Türken focht und von ihm die „Reichsunmittelbarkeit“ erhielt. Mit dem Erwerb des Salzwerkes „Gottesgabe“ bei Rheine machte er sich und seine Familie reich. Das gab ihm ab 1606, nachdem die alte Burg 1597 abgebrannt war, die Möglichkeit das Herrenhaus neu zu bauen. Noch erfolgreicher war sein Sohn Alexander II, auch der „Westfälische Wallenstein“ genannt.Er brachte es im 30-jährigen Krieg zum kaiserlichen Generalwachtmeister (1634) und zum Reichsgrafen (1641). Mit dem im Krieg verdienten Geld und den Einkünften aus der „Gottesgabe“ baute er Schloss Raesfeld 1646 – 1658 zum Mittelpunkt des von ihm erstrebten „Fürstentums Raesfeld“ aus. Sohn und Enkel, die nicht den Geschäftssinn und Weitblick von Vater und Großvater geerbt hatten, verschleuderten den riesigen Besitz in kurzer Zeit. Als das Schloss 1733 durch Erbschaft an den Grafen von Limburg-Styrum fiel, blieb es bis ins letzte Jahrhundert ohne Bewohner und verfiel zur Ruine. |
Im Jahre 1822 erwarb der Freiherr von Landsberg-Velen das Schloss und richtete später auf diesem eine Landwirtschaft ein In der Zeit der Weimarer Republik entstanden Korporationen der sogenannten „Bündischen Jugend“. Dazu gehörte auch die katholische Schülerbewegung „Neudeutschland“, welche das Schloss im Jahr 1930 pachtete mit dem Ziel einer Nutzung als „Bundesburg“. Im Jahre 1942 erwarb der „Handwerkerverein Raesfeld e. V.“ das Schloss, verhandelt zu Borken, 23. November 1942. Im Frühjahr 1945 wurde das Schloss Hauptverbandsplatz der nahen Niederrheinfront. Granaten und Bomben beschädigten die ohnehin an Zerfall leidende Schlossanlage erneut. In der Not der ersten Nachkriegsjahre fanden auf dem Schloss Ostvertriebene und vier Schulklassen der Raesfelder Volksschule eine Notunterkunft. Durch seinen neuen Besitzer, das Handwerk, erhielt der einstige Prachtbesitz des kaiserlichen Feldmarschalls in den fünfziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch ein neues Antlitz. Restaurierungsarbeiten waren notwendig.
Seit 1984 kann die Akademie über die Vorburg, das ehemalige Ökonomiegebäude der Schlossanlage verfügen.
Den im Jahre 2001 restaurierten „Sterndeuterturm“ nutzt die Akademie als Kompetenz-, Informations- und Beratungszentrum.
Akademie Schloss Raesfeld
29.04.2011
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Das Schloss inklusive knapp 14 ha Grundbesitz ist heute Eigentum der sieben Handwerkskammern von Nordrhein- Westfalen und Sitz der Akademie des nordrheinwestfälischen Handwerks.
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