Erhaltungskonzepte für Stein und mineralische Baustoffe
Naturstein, Mörtel und Putz sind seit Jahrtausenden gängige Baustoffe, die aber durch ihre poröse Struktur Alterungs- und Verfallsprozessen ausgesetzt sind. Restauratorische Maßnahmen können den Bestand sichern – unbedacht ausgeführt bergen sie jedoch ebenso das Risiko, Schäden zu verlagern oder sogar zu verstärken und so den Verlust historischer Substanz zu beschleunigen. Das Seminar vermittelt daher theoretische und ethische Grundlagen der Erhaltung, Restaurierung und Erneuerung mineralischer Baustoffe und zeigt, wie Methoden, Materialien und Zielsetzungen kritisch hinterfragt und reflektiert eingesetzt werden können.
Neben einem Überblick über die Geschichte der Restaurierung mineralischer Baustoffe werden denkmalpflegerische Zielsetzungen, Anforderungen an Materialien und Konzepte sowie Entscheidungsprozesse im restauratorischen Handeln besprochen. Zugleich werden die Grenzen und Risiken von Eingriffen verdeutlicht. Fallbeispiele am Schloss Raesfeld sowie eine Exkursion an den (neo)gotischen Kölner Dom und dessen archäologische Ausgrabung ermöglichen es den Teilnehmenden, Restaurierungsmaßnahmen und Materialalterung anschaulich nachzuvollziehen und im Spannungsfeld von Nutzung und Denkmalpflege zu diskutieren.
Nach Abschluss sind die Teilnehmenden in der Lage, historische Restaurierungsmaßnahmen zu erkennen, fundierte Erhaltungskonzepte für Stein und mineralische Baustoffe zu entwickeln und deren Chancen und Grenzen realistisch einzuschätzen.