Historische Holzverbindungen
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Traditionelle Holzverbindungen der Zimmerleute

In der Geschichte des Holzbaus entwickelten die Zimmerleute eine Vielzahl von Holzverbindungen. Abhängig vom Verwendungszweck von einfachen Überblattungen und Zapfen bis hin zu aufwendigen Verbindungen, wie Verzahnungen oder Hakenblätter in verschiedenen Varianten. Neben der reinen Verbindungsfunktion spielten dabei auch immer Aspekte der Lastabtragung oder des konstruktiven Holzschutzes eine Rolle. So entwickelten sich beispielsweise Versätze, Brustzapfen oder verdeckte Verbindungen. Mitunter spiegeln sich auch regionale Besonderheiten wieder.
Für Restaurierungsarbeiten ist es notwendig, diese historischen Verbindungen mit ihren Aufgaben, Vor- und Nachteilen und üblichen Einsatzgebieten zu kennen. Dies gilt beispielsweise, wenn es darum geht, im Schadensfall zu bewerten, ob eine Verbindung ihre Funktion noch erfüllen kann. Oder wenn für die Reparatur eine geeignete Holzverbindung ausgewählt werden muss.
Meister und Restaurator im Zimmerer-Handwerk Aron Keidel stellt Ihnen die historischen Holzverbindungen in ihrer Bandbreite vor. An den Dachwerken von Schloss Raesfeld zeigt er Ihnen die Verbindungen und Konstruktionen, wie sie die Zimmerleute vor über 350 Jahre erschaffen haben, erläutert ihre Aufgaben und Funktionsweise. Im praktischen Seminarteil stellen Sie dann ausgewählte Verbindungen oder Teile einer Konstruktion nach historischem Vorbild her, z.B. von einem spätgotischen Fachwerk oder ein Detail des Raesfelder Schlossturms.

Seminarthemen

  • Geschichtliche Entwicklung der Holzverbindungen
  • Anforderungen an Holzverbindungen (Statik, Bewitterung, …)
  • Arten von Holzverbindungen:
    • Zapfen (einfacher Zapfen, Brustzapfen, Scherzapfen, …)
    • Längsverbindungen (gerades und schräges Blatt, schräges Hakenblatt, …)
    • Überblattungen (einfache und schwalbenschwanzförmige Überblattung, …)
    • Verkämmungen (gerade Verkämmung, Kreuzkamm, …)
    • Versatzungen (einfacher Versatz, doppelter Versatz, …)
    • Anschmiegen und Verklauen von Hölzern
  • Praktische Ausführung von Teilen historischer Konstruktionen, beispielsweise:
    • Wandgefüge eines spätgotischen Fachwerkes nach süddeutschem Vorbild
    • Stuhlsäule mit darüber liegendem Knotenpunkt nach dem Haus “Am Markt 19“ in Steinfurt
    • Nachbau des Traufbereiches eines Renaissanceturmes von Schloss Raesfeld

Dozent

Aron Keidel, Meister und Restaurator im Zimmerer-Handwerk

Ansprechpartner

Torben Hartleff
Fachliche Beratung

Anja Sladky
Anmeldung / Organisation

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